Fernweh: Wie finde ich einen Verlagsjob im Ausland?

Ein Traum: Leben und arbeiten in Paris

Nicht nur im Ausland Urlaub machen, sondern auch dort arbeiten. Das wünschen sich vermutlich viele, die gerade aus den Ferien zurückkommen. Dabei ist es gar nicht so schwierig, z.B. in London oder Paris einen Job in der Verlagsbranche zu finden.

Eine gute Möglichkeit, die französische Verlagswelt kennenzulernen, bietet das Austauschprogramm für junge Verlagsmitarbeiter (bis 29 Jahre) der Frankfurter Buchmesse. Für das Praktikum in einem französischen Verlag von März bis Juni 2014 kann man sich noch bis 31. Juli 2013 bewerben. Voraussetzung sind erste Berufserfahrung und zumindest einigermaßen passable Französischkenntnisse.

Paris zur schönsten Jahreszeit

Zum 20-jährigen Jubiläum des Programms habe ich selbst daran teilgenommen und kann es nur empfehlen. Der Aufenthalt wird durch ein Stipendium komplett finanziert und vor Ort gibt es eine Ansprechpartnerin, an die man sich jederzeit wenden kann. Da die meisten Verlage in Paris und oft im selben Arrondissement angesiedelt sind, erlebt man die französische Hauptstadt zur schönsten Jahreszeit und trifft beim Mittagessen in der Brasserie auch Kollegen aus anderen Verlagen. Ich hatte das Glück, nach den drei Monaten eine Schwangerschaftsvertretung übernehmen zu können und so insgesamt ein Jahr in Paris zu leben und zu arbeiten. Die französische Verlagswelt ist vielleicht noch kleiner als die deutsche. Die Stellen sind knapp und werden nicht so häufig gewechselt. Eine gute Empfehlung und ein bisschen Glück können daher ganz hilfreich sein, um hier einen Job zu finden.

Leichter Einstieg in London

Von Paris aus ist es nur ein Katzensprung über den Kanal nach London. Der Einstieg in die englische Verlagsbranche ist für Leute mit Praxiserfahrung und guten Fremdsprachenkenntnissen relativ unkompliziert. Im Bookseller werden regelmäßig Einsteiger für den Rechteverkauf ins Ausland gesucht. Da die Zahl der Bewerber groß ist, sollte man seine Bewerbung jedoch so rasch wie möglich an das suchende Unternehmen schicken, denn das Prinzip ist oft „first come, first served“. In Großbritannien genügen zur Bewerbung Anschreiben (covering letter) und Lebenslauf (CV) und maximal noch ein Empfehlungsschreiben. Auf Zeugnisse kann man getrost verzichten, denn in England zählt in der Regel die Praxiserfahrung des Bewerbers deutlich mehr als Abschlüsse oder Zertifikate.

Eine weitere Möglichkeit, in London einen Job zu finden, bieten die zahlreichen, auf Verlage spezialisierten Vermittlungsagenturen, wie z.B. Atwoodtate, bei denen man sich in die Bewerberkartei aufnehmen lassen oder deren Newsletter man abonnieren kann. Hat man erst einmal als Rights Assistant bei einem Londoner Verlag angefangen, bieten sich bei erfolgreichen Arbeitsergebnissen gute Karrierechancen, etwa durch den Aufstieg zum Rights Manager oder den Wechsel zu einem anderen Unternehmen.

Auch auf Buchkarriere oder Publishingmarkt finden sich hin und wieder Jobangebote aus dem Ausland. Viele Wege führen in fremde Buchmärkte – es muss nicht immer das unbezahlte Praktikum beim Goethe-Institut sein, wie Friederike Fuxen es schildert. Just do it!

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