CatContent_2014
Kommentare 11

Spaß statt Werbung: Anleitung zum Content Marketing

Der deutsche Buchmarkt ist voll, mehr als 90.000 Neuerscheinungen kämpfen jedes Jahr um die Aufmerksamkeit der Leser. Nur wenige Spitzentitel bekommen jedoch ein eigenes Marketingbudget. Bei Internet-Nutzern ist Werbung zudem äußerst unbeliebt, sie wird weggeklickt oder durch Adblocker ganz umgangen. Soziale Netzwerke wie Facebook ermöglichen Verlegern hingegen, den Lesern ihre Bücher direkt ans Herz zu legen. Es ist jedoch nicht immer einfach, in der Masse der Katzenbilder die Herzen der Leser auch zu erreichen. Hat man jedoch guten Content und weiß diesen unterhaltsam zu kommunizieren, bietet das Netz virale Möglichkeiten, um sich und seine Bücher zu promoten. „Themen und Geschichten verkaufen zukünftig Produkte“, stellte Steffen Meier unlängst in einer Analyse zum Thema Content Marketing und Verlage fest.

Also alles ganz einfach?

Der Erfolg von Content Marketing beruht auf einem Mehrwert, den Unternehmen oder Verlage ihrer Zielgruppe bieten. Dieser Mehrwert kann beispielsweise ein Bericht, ein Video-Tutorial, eine Infografik oder auch ein kostenloses eBook sein. Wichtiger als das Medium ist ein relevanter Informationsgehalt oder Unterhaltungswert, damit der Content weiterempfohlen, geteilt und schließlich viral wird. Ausgangspunkt für Online Content Marketing ist oft ein Corporate Blog. Auch Verlage betreiben immer häufiger ein Verlagsblog. „Content-Marketing ist Unternehmenskommunikation, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit“, schreibt Olaf Kopp und grenzt den Begriff damit zugleich vom reinen SEO ab. Suchmaschinen präferieren nach den letzten Updates jedoch auch Inhalte und verstärken damit den Hype ums Buzzword „Content Marketing“.

Tipps für Content Marketing

Vergangene Woche sind gleich zwei Blogbeiträge erschienen, die einen guten Einstieg ins Thema bieten. Andreas Graap, Online-Marketeer und Internet-Unternehmer, hat auf t3n.de einen Starter-Guide für Content Marketing zusammengestellt. Er gibt hilfreiche Tipps, von der Planung der ersten Kampagne bis zur Art und Verbreitung des Contents. Der erste Schritt sollte immer die Festlegung der eigenen Ziele sein, um den Erfolg der Marketing-Aktivitäten messen zu können. Nicht zuletzt sollte man seine Zielgruppe genau kennen, um ihr attraktiven Content anbieten zu können. Ein ausführlicher Guide lässt sich hier herunterladen.

Der Artikel Content Strategie: Von Relevanz bis Exzellenz auf Karrierebibel.de listet ähnliche Schritte auf. Zugleich propagiert er eine Strategie, die einen nachhaltigen Dialog mit der Zielgruppe anstrebt, damit der aufwendige Content-Einsatz nicht in einer Einmal-Aktion verpufft. Den Weg von einer Push- hin zu einer Pull-Strategie hat Jochen Mai in Slides festgehalten, die sich auch als PDF herunterladen lassen. Besonders interessant ist die Aufstellung, was Besucher eines Corporate Blogs tatsächlich interessiert: 28% der Leser suchen relevante Inhalte mit Mehrwert, jedoch erfüllen gerade mal 5% der Beiträge diese Anforderung.

Und in der Praxis?

Ein aktuelles Beispiel für Content Marketing ist das von Blogger Michael Firnkes herausgegebene eBook „SEO und Social Media im Einsatz“. Der Verlagsblog Hanser Update hatte im Sommer Gastautoren dafür gesucht. Zehn Experten aus der Bloggerszene wurden schließlich ausgewählt, Beiträge für ein Buch zu verfassen, das seit letzter Woche hier kostenlos heruntergeladen werden kann. Dieses Beispiel zeigt, dass Content Marketing nicht nur Möglichkeiten bietet, um ein Produkt – in diesem Falle die beiden Bücher „SEO und Social Media“ und „Professionelle Webtexte und Content Marketing“ von Michael Firnkes – zu lancieren, sondern auch, um einen Verlag, eine Plattform oder eine Marke bekannt zu machen.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

11 Kommentare

  1. Ich könnte mir vorstellen, dass anhand der vielen Artikel, Berichte, Blogs und Tutorials über Content Marketing, der Trend demnächst eine Wendung erlebt. Allein in meinem Umfeld möchte neuerdings mindestens die Hälfte meines Bekannttenkreises über irgend ein Thema bloggen, nur um etwas zu bloggen bzw. um sein SEO zu verbessern. Auch beim Recherchieren um das Thema Content stosse ich immer mehr auf Artikel, Hitlisten, usw., die sich auffallend ähneln und offensichtlich voneinander abgekupfert werden. Allein die Anzahl an Hitlisten, wie z.B. die 5 besten Tipps für ein erfolgreiches „Irgendwas“, geht ins Unermessliche. So tun sich nach und nach immer Mehr Möchtegern-Experten auf und der User steht nun vor der Aufgabe, Gutes von Schlechtem zu unterscheiden. Diese Selektion ist auf Dauer mühsam und führt dazu, sich dem Trend zu entziehen. Ich beschäftige mich viel mit diesem Thema und stelle leider immer mehr fest, dass viele Blogger einfach Content klauen, um mehr Hits zu erreichen. Das ist schade und meines Erachtens nicht Sinn der Sache.

      • Hallo David, danke für dein Feedback. Aus meiner Sicht ist das Thema Content Marketing trotz einiger guter Beiträge z.B. von Steffen Meier oder Wibke Ladwig in der Verlagsbranche noch nicht so richtig angekommen. Ich würde mich daher freuen, wenn die Aktion des Hanser Verlags viele kreative Nachahmer finden würde. Die beiden Guides von t3n und Karrierebibel habe ich zum Einstieg ins Thema empfohlen, schließlich lernen die meisten Verlage gerade erst, selbst auf Kundenfang zu gehen und dies nicht nur den Buchhändlern und Amazon zu überlassen.

  2. Unternehmen, deren Kerngeschäft in der Produktion von Content liegt, sollten kein Problem mit der Bereitstellung von nützlichen und unterhaltenden Inhalten haben. Die Herausforderung für Verlage liegt daher eher in der zielgerechten Vermarktung des Contents, um wertvolle Leads zu generieren. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang auch die Bereitschaft eines Verlages, Content gratis zu abgeben, um eine Kundenbeziehung in Schwung zu bringen.

  3. Pingback: Es ist soweit: “SEO und Social Media im Einsatz” kostenlos downloaden | Hanser Update

  4. Pingback: SEO für Anfänger: Womit füttere ich eine Suchmaschine? | Charlotte Reimann

  5. Pingback: 10 Best Practices für erfolgreiches E-Book-Marketing | Charlotte Reimann

Schreibe eine Antwort