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eBooks unterm Weihnachtsbaum

Laut GfK wollen 42 Prozent der Deutschen ihren Lieben in diesem Jahr Bücher unter den Weihnachtsbaum legen. Doch wie soll das mit elektronischen Büchern gehen? eBooks zu verschenken ist ja nicht so einfach, man kann sie weder einwickeln noch überreichen. Auch den Verlagen fällt es nicht leicht, ihre elektrischen Titel verschenkbar zu machen. Ich habe mich ein wenig umgehört und Verleger und Mitarbeiter von großen und kleinen Verlagen gefragt, wie sich ihre eBooks an Weihnachten verschenken lassen. Die Ideen reichen von der persönlichen Verlagsempfehlung via eMail oder Facebook bis zur Geschenkperformance unterm Weihnachtsbaum.

eBook-Cards
Bettina Schütz, Verkaufsleiterin Online beim Kosmos Verlag, verrät mir, dass man die eBooks des Kosmos Verlags am besten mit Hilfe der EPIDU eBook-Cards verschenkt, die es in über 300 Buchhandlungen in Deutschland zu kaufen gibt. Hier gibt es entweder Karten, die schon einem Buch zugeordnet sind, z.B. Die drei ??? oder eine sogenannte Joker Karte, auf die dann jedes beliebige eBook geladen werden kann. Auf ebookcards.de gibt es auch einen Buchhandlungsfinder, der zeigt, wo man die Karten bekommen kann.

Festkompatibler Bestseller
Georg Buß ist sich sicher, dass Rowohlt eBooks zu Weihnachten eine große Rolle spielen werden. Mit Ein ganzes halbes Jahr habe der Verlag einen besonders festkompatiblen Bestseller im Angebot.  Der Projektmanager eBook beim Rowohlt Verlag räumt aber auch ein, dass es extrem umständlich bis unmöglich sei, gezielt E-Books zu verschenken. Ideen wie die eBook-Cards seien auf eine kleine Titelauswahl beschränkt. Als Verlag könne man das nicht direkt beeinflussen und noch gebe es im Rowohlt  Shop auch kein entsprechendes Angebot.

Das gedruckte eBook
Ein wenig erstaunlich, das aus dem Mund einer eBook-Verlegerin zu hören: Das perfekte mikrotext-Weihnachtsgeschenk sei das „gedruckte eBook“, findet Nikola Richter, die Verlegerin des Digitalverlags mikrotext. Ihr Bestseller Der klügste Mensch im Facebook ist für 5 Euro plus Versandkosten direkt über den Verlag zu beziehen, am 13. Dezember erscheint die zweite Auflage. Die erste war innerhalb kürzester Zeit vergriffen.

Beratung via Facebook
Bei Hey!Publishing konzentriert man sich vor allem darauf, am 25.12 auf allen Plattformen mit vielen tollen Titeln vertreten zu sein, die sich der Beschenkte mit dem zum Tablet zugehörigen Guthaben kaufen kann. Gerne berät der Verlag seine Leser aber auch direkt – hierzu genügt es, eine kurze Nachricht per Facebook oder Mail an den Verlag zu senden. Kurz vor Weihnachten werde man zudem mit einem von Autoren geleiteten Verlagsimprint an den Start gehen, dessen Name noch geheim sei, erzählt Jakob Meiner, verantwortlich für Marketing und Programm des Digitalverlags. Namhafte Autoren und Journalisten wollen sich hier mit Texten, die ihnen persönlich viel bedeuten, im Digitalbereich ausprobieren

Kauf in der Buchhandlung
Die Verleger von Culturbooks finden eBooks verschenken eigentlich ganz einfach. Das geht in fast jeder Buchhandlung: Buch aussuchen, bezahlen, die eMail-Adresse des Beschenkten mitteilen, und schon wird diesem das eBook zugeschickt. Auch einige große Onlineshops wie z.B. eBook.de bieten diese Möglichkeit. Für alle, die Dateien und Gutscheine als Weihnachtsgeschenke nicht so prickelnd finden, gibt es momentan noch keine befriedigende Lösung, sind sich Jan Karsten und Zoë Beck einig. Deswegen entwickeln sie derzeit zusammen mit dem Buchhandel eine Lösung für dieses Problem, die sie im kommenden Jahr vorstellen wollen.

Empfehlung der Verleger
Für individuelle Wünsche bietet Culturbooks bereits jetzt einen besonderen Service: Wer ein Buch des Digitalverlags verschenken möchte, kann dies beim Verlag bestellen und bezahlen und es wird dem Beschenkten direkt zugeschickt. Wer noch nicht genau weiß, welches Buch er verschenken möchte, kann einfach sagen, was es kosten darf, welche Art von Literatur der Beschenkte gerne liest und die Verleger wählen den passenden Titel aus ihrem Programm aus.

Geschenkperformance
Christiane Frohmann hat das „eBook-Weihnachtsparadox“, mit dem eBook-Liebhaber kämpfen, ganz wunderbar aufgelöst, denn Frohmann-eBooks können noch 5 Minuten vor der Bescherung gekauft werden, lassen sich ohne langes Warten in der Post-Schlange auch an weit entfernte Menschen schicken und können als Geschenkperformance bei der gemeinsamen Bescherung von Handy zu Handy geschickt werden. Noch sei das lustig, weil ungewöhnlich, schreibt die Verlegerin. In den nächsten Tagen sollen die Frohmann-Titel auf dem Verlagsblog einzeln vorgestellt und mit Empfehlungen versehen werden, wem man was gut schenken könne. Außerdem soll es um Weihnachten herum einige neue Titel geben, die dann „superspontan funkelnietennagelneu“ herunterladen werden können.

eBook-Verschenken lässt sich bereits heute üben: den Link einfach in den Nikolausstiefel stecken. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse bitte in den Kommentaren posten!  

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11 Kommentare

  1. Pingback: 5. Dezember 2013: E-Books unterm Weihnachtsbaum mit Charlotte Reimann — mikrotext

  2. Danke für die Ergänzung! Das gedruckte Ebook lässt sich auf den ersten Blick vielleicht besser einpacken, aber für das Verschenken von Ebooks muss man dann eben eine Grußkarte selbst basteln, hier kommt die Kreativität des Schenkenden ins Spiel.

  3. Torben

    Bisschen lahm alles, oder? Culturbooks erscheint mir da noch am Fortschrittlichsten, aber auch sehr kleinteilig, mit dem Innovationskonzept „individuelle Beratung“.

    Wieso kann das nicht leichter sein?
    Auf meinem „Reader“ (was auch immer das dann konkret ist), will ich die Nachricht sehen „Hey, jemand hat dir gerade folgenden Hit geschenkt, möchtest du annehmen?“. Als Schenkender will ich einen Link haben, über den ich die Nachricht triggern kann, bzw. will ich einen Termin eintragen können.

    Das kann doch nicht so schwer sein mal aus der Kuschelecke „Ich will aber Papier in der Hand haben“ rauszukommen und den Branchenverband Sturm bei den entsprechenden Anbietern laufen zu lassen, damit sowas möglich wird. Hoffentlich antwortet gleich jemand „Amazon kann das schon“, die hätten zumindest alles in der Hand, was sie bräuchten.

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