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3. eBookCamp in Hamburg: von eBook-Partys und Salonièren

Über hundert Teilnehmer aus Verlagen, Buchhandlungen, Medienagenturen und Universitäten trafen sich auf dem eBookcamp in Hamburg, um sich über Trends und Themen rund ums eBook auszutauschen. Neun Sessions reichten von eBook-Marketing über den richtigen Preis bis zur Herstellung von eBooks und der Vorstellung von neuen Playern im Markt. Unter dem Hashtag #ebookcamp lassen sich auf Twitter immer noch die Atmosphäre, Diskussionen und Themen des Barcamps nachspüren. Blogbeiträge zu den einzelnen Sessions sollen folgen, amüsante Schnappschüsse sind bereits online.

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Das eBookCamp-Team vor vollem Haus

Das eBookCamp war mal wieder eine prima Gelegenheit, um zu sehen, wo die Mitbewerber stehen, dabei die ein oder andere Erkenntnis mitzunehmen und eigene Ideen in die Runde zu werfen. Was bei mir unter anderem hängengeblieben ist: Hanser macht über Social Media kein Endkundenmarketing, dafür aber eBook-Partys im Buchhandel und auf dem afrikanischen Buchmarkt werden Bücher als ausgedruckte eBooks wahrgenommen. DIE ZEIT und Oetinger stellten ihre digitalen Geschäftsmodelle vor und Volker Oppmann seine Vision einer E-Book-Plattform, die nach den Prinzipien der Gemeinwohlökonomie wirtschaftet. Eine inspirierende Mischung. Das Schöne an diesem Barcamp ist die lockere Atmosphäre und die vielen angeregten Gespräche außerhalb der Sessions, in denen unter anderem aktuelle eBook-Projekte diskutiert wurden, wie Rowohlts Deathbook oder Carlsens eSoap, aber auch das gespaltene Verhältnis der Branche zu dem, dessen Name nicht genannt werden darf.

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v.l. Nicolai Eckerlein überlegt, Elisabeth Alexander lauscht, die Moderatorin spricht, Christiane Frohmann antwortet und welche Miene Jan Karsten dazu macht, bleibt wohl für immer sein Geheimnis. ©eBookCamp

Mein Highlight war in diesem Jahr eindeutig die Moderation der Session eBook-Startups stellen sich vor. Im Vorfeld hatte ich bereits drei Berliner eBook-Verlage auf meinem Blog interviewt, jetzt durfte ich Christiane Frohmann vom Frohmann Verlag, Elisabeth Alexander von Ring eBooks und Jan Karsten von CulturBooks zu ihrer Gründung, ihrem Konzept und ihren Zielen befragen. Das war ziemlich klasse, denn so viel kreative und literarische Energie nebeneinander gibt es selten und das Ganze hat mir tatsächlich so viel Spaß gemacht, dass ich überlege, wenn es eines Tages aus sein sollte mit mir und der Buchbranche, bei FluxFM anzuheuern.

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Je nach Umfang verlegt CulturBooks Singles, Maxis, Alben oder Longplayer ©eBookCamp

Christiane Frohmann ist nicht nur Verlegerin, sondern auch Salonière. Sie hat erfolgreich den Katersalon „als neues Format für kulturwissenschaftliche Performance“ begründet und verlegt neue Formen von Literatur. Das nennt sich Twitteratur und lässt sich hier als Ein gutes Buch kostenlos ausprobieren. Auch die Gründer von CulturBooks verlegen nur, was ihnen gefällt. Leider blieb während des eBookCamps und insbesondere in unserer Session (dank der Ultimate Stoppwatch App) keine Zeit, so ausführlich über die Inhalte zu sprechen, wie sie es verdient hätten. Gut, dass CulturBooks fürs eBookCamp einen Reader mit ausgewählten Leseproben zum kostenlosen Download bereitgestellt haben.

Die Designer Elisabeth und Scott Alexander haben sich mit ihrem Verlag Ring eBooks auf die Produktion von schönen enhanced eBooks spezialisiert. Das kann dann so aussehen: Ein Jugendstil-Bilderbuch vom Flohmarkt wird eingescannt und der Vintage-Charme mit dezenten Animationen kombiniert. Während der Markt für digitale und multimediale Bücher in den USA „momentan so was von abgeht“, ist es in Deutschland noch verhältnismäßig ruhig. Anders in Berlin. Hier wird gefeiert und verlegt, ohne Businessplan oder Exit-Strategie. Wer dabei sein möchte, hat noch vor Weihnachten Gelegenheit dazu. Sowohl das eBook Network Berlin als auch der Katersalon haben Veranstaltungen angekündigt.

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